HENRY WiCHURA

iNSiGHTS

Bleibt alles anders

admv_siegerehrung12

In der familiären Umgebung der „Alten Spinnerei“ (Burgstädt/Chemnitz) wurden am letzten Wochenende die Sieger und Platzierten der ADMV Rallye Serien, der regionalen DMSB Meisterschaften und des Schotter-Cups des Jahres 2011 feierlich geehrt. Als Gesamtsieger der ADMV-Rallye-Meisterschaft folgten auch alle Mitglieder des Teams König-Rallyesport der Einladung und genossen einem geselligen Abend unter ihresgleichen. Nach den obligatorischen Begrüßungsworten von Walter Karow (ADMV) und dem Burgstädter Bürgermeister Lars Naumann, gab es ein reichhaltiges Buffet, das eine gute Basis für einen langen Abend schaffen sollte. Die anschließende Siegerehrung moderierte Rallye-Urgestein Alfred Gorny in gewohnt souveräner Manier. Für den rührendsten Moment des Abends sorgten die Witwe des im letzten Jahr tödlich verunglückten Heiko Scholz und Copilot Marcel Eichenauer, die Ihrem Mann und seinem Fahrer die Ehre erwiesen, seine letzte Urkunde entgegenzunehmen...

Zum großen Finale aller geehrten Teams wurden schlußendlich Veit und ich aufgerufen. Endlich durften wir unsere erste gemeinsame Meisterschaft ganz offiziell feiern - mit Pokal und Cuba Libre. Danach ging es „dezent“ zum angenehmen Teil des Abends über: Benzingespräche, Meinungaustausche, Zuprosten, Projektver-kündungen, Tanzeinlagen, Veits Geburtstag, Kampfansagen, nochmehr Zuprosten... ungefähr in der Reihenfolge - bis um vier Uhr morgens.

Zum Thema Projektverkündungen 2012 wurden natürlich auch wir befragt. Details konnten wir noch nicht verkünden, da wir uns derzeit in einer Phase befinden, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Drei dieser Entscheidungen wurde aber bereits gefällt. Zum Einen werden Veit und ich auch in diesem Jahr gemeinsam an den Start gehen - diesmal mit voller Konzentrieren auf die Deutsche Rallye Serie (DRS). Zum Anderen baut das Team von König-Rallyesport einen neuen Suzuki Swift Sport für uns auf. Eine Rohkarosse dafür wurde bereits ausfindig gemacht und geht nächste Woche nach Ungarn zum Einschweissen und Lackieren der Sicherheitszelle. Trotzdem liegt uns etwas die Zeit im Nacken und wir wissen noch nicht, ob wir die neue „Susi“ bereits zur ersten Veranstaltung der DRS präsentieren können...

Ihr
Henry Wichura


foto :: Cornell Hache

Looking back

xmas11_blog
"Wenn uns bewußt wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden."

Roswitha Bloch
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Die langen Winterabende mögen es wohl unterstützen, dass man sich in manch stiller Minute am Ende eines Jahres dabei erwischt, wie man das vergangene Jahr ein wenig Revue passieren läßt. So auch ich:

Das Jahr 2011 werde ich wohl mein Lebtag nicht vergessen können. Mit dem Abschluss meiner Promotion, erweiterte ich meinen Namen um einen Titel und zwei Buchstaben. Ein lang ersehntes Lebensziel fand somit sein Ende und wurde mit einer wunderschönen Reise mit meiner Freundin nach Australien belohnt. Wie es allerdings wissenschaftlich bei mir weitergeht, dass kann ich im Moment noch nicht genau sagen. Im Sommer entwickelte ich in Kooperation mit dem GeoForschungsZentrum Potsdam, Aufbauten analoger Tektonik-experimente; inwieweit diese Versuche allerdings förderungsfähig sein werden, hängt zum grossen Teil vom Budget der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Qualität des Forschungsantrages ab. Und dieser muss auch erst einmal geschrieben werden. Dies wird neben meinen koordinativen Aufgaben für das GRK1364, eines der großen Vorhaben für das nächste Jahr sein.

Was die sportliche Seite in meinem Leben betrifft, so stand ich zu Beginn des Jahres relativ lange ohne richtiges Programm da. Ein neues motorsportliches Zuhause fand ich schließlich in dem Rallyeteam von Suzuki-KKL und dem Fahrer Veit König. Dank der tollen Stimmung und Expertise im gesamten Team, bauten Veit und ich schnell Vertrauen zueinander auf und setzten dieses zügig in Erfolge um. Mit dem Gewinn der ADMV-Rallye-Meisterschaft, konnten wir im Herbst eine grandiose Saison und meine siebte Meisterschaft feiern.
Mit meinem ersten Sprint-Triathlon, habe ich außerdem nach zehn Jahren wieder Spass und Lust an einer Ausdauersportart gefunden. Fraglos liegt meine Stärke noch immer beim Laufen, aber am meisten Freude habe ich inzwischen am Radfahren. Das Schwimmen hingegen, muss ich weiterhin als „notwendiges Übel“ akzeptieren. Je nachdem wie die Planungen für die neuen Rallyesaison laufen, möchte ich im nächsten Jahr an zwei Sprint- und einer Kurzdistanz Veranstaltung teilnehmen. Dafür müsste ich jetzt allerdings schon die Grundlagen schaffen. Mal schauen: eine neue Rennmaschine steht jedenfalls schon bereit...

Die nächsten Tage werde ich mich mit Freunden in Schweden ein wenig auf Weihnachten einstimmen. Und bevor ich es vergesse, möchte ich diese Zeilen nutzen, um all meinen Unterstützern, Kollegen, Freunden und meiner Familie ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen. Möget Ihr alle gesund und fröhlich ins neue Jahr rutschen. Wir sehen uns...

Herber Rückschlag

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Eigentlich wollten wir die Saison entspannt und mit einem Lächeln beenden und unsere kleine Chance auf den Titel in der Deutschen Rallye Serie nutzen. Doch beim Stehr Rallyesprint in Storndorf (Hessen) lief diesmal alles ein bißchen anders. Eine sehr kompakte Veranstaltung mit vielen Rundkursen, in deren Mittelpunkt das zuschauerfreundliche „Stehrodrom“ und vor allem der Spass liegt. Ob dies allerdings eines Endlaufes einer Nationalen Rallyeserie würdig ist, möchte ich bezweifeln.

Den Beginn bildete der lange Nachtrundkurs „Storndorf by Night“. Zügig holten wir während der ersten 2 Kilometer auf ein vor uns fahrendes Fahrzeug auf. In dessen aufgewirbeltem Staub verpassten wir jedoch den Bremspunkt für einen T-Links-Abzweig und knallten fast ungebremst frontal in einen tiefen Graben. Das war es. Titelträume ausgeträumt.

Dank des Kopf und Nackenrückhaltesystems HANS, hatten wir außer ein paar blauen Flecken im Schulterblattbereich und einem verletzten Stolz keine weiteren Blessuren. Allerdings nahm die „Susi“ schweren Schaden. Durch den harten Aufprall wurden die komplette Front des Fahrzeugs zerstört und die Vorderachse um 15 cm nach hinten verschoben. Mit hängenden Gesichtern und schwerem Herzens mussten wir den Swift aufladen. An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei der Sicherungsstaffel bedanken, die uns beim Aufladen so tatkräftig unterstützten.

„Wir bauen Euch ein neues Auto“ munterten uns unsere Mechaniker beim nächtlichen Trostbier wieder auf und bleibt für mich als Satz des Wochenendes hängen. Vorrausschauen und Abhaken. Auch Unfälle gehören zum Rallyesport dazu. Das mussten wir diesmal bitter erfahren.

Nach diesem Nullergebnis fielen wir auf den undankbaren 4. Platz in der Deutschen Rallye Serie zurück. Unsere Glückwünsche zur verdienten Meisterschaft gehen daher an unsere größten Konkurrenten des Jahres Robert Stöber und Thomas Wölfel im VW Lupo. Toll gemacht Jungs, aber beim nächsten Mal tauschen wir die Plätze...


foto :: privat

Wichura et al. 2011; Geological Society of London Special Publication

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THE FORMATION AND EVOLUTION OF AFRICA: A SYNOPSIS OF 3.8 GA OF EARTH HISTORY

Describtion
The African continent preserves a long geological record that covers almost 75% of Earth’s history. The Pan-African orogeny (c. 600–500 Ma) brought together old continental kernels (West Africa, Congo, Kalahari and Tanzania) to form Gondwana and subsequently the supercontinent Pangaea by the late Palaeozoic. The break-up of Pangaea since the Jurassic and Cretaceous, primarily through opening of the Central Atlantic, Indian, and South Atlantic oceans, in combination with the complicated subduction history to the north, gradually shaped the African continent.
This volume contains 18 contributions that discuss the geology of Africa from the Archaean to the present day. It celebrates African geology in two ways: first, it highlights multidisciplinary Earth science research by viewing the formation and evolution of Africa from 18 different angles; second, it celebrates the work of Kevin Burke and Lewis Ashwal and portrays the wide range of interests and research angles that have characterized these two scientists throughout their careers, working in Africa, and studying African geology.

CHAPTER 14: THE MID-MIOCENE EAST AFRICAN PLATEAU: A PRE-RIFT TOPOGRAPHIC MODEL INFERRED FROM THE EMPLACEMENT OF THE PHONOLITIC YATTA LAVA FLOW, KENYA

Henry Wichura, Romain Bousquet, Roland Oberhänsli, Manfred R. Strecker, Martin H. Trauth

Abstract
High topography in the realm of the rifted East African Plateau is commonly explained by two different mechanisms: (1) rift-flank uplift resulting from mechanical and/or isostatic relaxation and (2) lithospheric uplift due to the impingement of a mantle plume. High topography in East Africa has far-reaching effects on atmospheric circulation systems and the amount and distribution of rainfall in this region. While the climatic and palaeoenvironmental influences of high topography in East Africa are widely accepted, the timing, the magnitude and this spatiotemporal characteristic of changes in topography have remained unclear. This dilemma stems from the lack of datable, geomorphically meaningful reference horizons that could unambiguously record surface uplift. Here, we report on the formation of high topography in East Africa prior to Cenozoic rifting. We infer topographic uplift of the East African Plateau based on the emplacement characteristics of the c. 300 km long and 13.5 Ma Yatta phonolitic lava flow along a former river valley that drained high topography, centred at the present-day rift. The lava flow followed an old riverbed that once routed runoff away from the eastern flank of the plateau. Using a compositional and temperature-dependent viscosity model with subsequent cooling and adjusting for the Yatta lava-flow dimensions and the covered palaeotopography (slope angle), we use the flow as a ‘palaeo-tiltmeter’. Based on these observations and our modelling results, we determine a palaeoslope of the Kenya dome of at least 0.28 prior to rifting and deduce a minimum plateau elevation of 1400 m. We propose that this high topography was caused by thermal expansion of the lithosphere interacting with a heat source generated by a mantle plume. Interestingly, the inferred Mid-Miocene uplift coincides with fundamental palaeoecological changes including the two-step expansion of grasslands in East Africa as well as important radiation and speciation events in tropical Africa.

Copyright © 2011 The Geological Society of London. All rights reserved.


A full online and/or hardcover version of this book can you find and order here.

Im Blindflug zu Sieg und Titel

lausitz11_blog

Man mag es ja kaum glauben, aber die Lausitz Rallye kannte ich bisher immer nur als Zuschauer. Nach zwölf Ausgaben des größten Schotterspektakels in Mitteleuropa, konnte ich aber am vergangenen Wochenende nun endlich auch mein Häkchen hinter „erlebt“ machen. Die diesjährige Veranstaltung zählte nicht nur zur Deutschen Rallye Serie (DRS) zählte, sondern bildete gleichzeitig den finalen Lauf der ADMV Rallye Meisterschaft (ARM).

Unsere Ausgangslage war relativ einfach. Als Meisterschaftsführende in der ARM, mussten wir eigentlich nur das Ziel erreichen. Komplizierter wurde die taktische Auslegung, wenn wir gleichzeitig unsere Chancen in der DRS wahren wollten. Dafür mussten wir uns mindestens vor dem DRS Führenden Team Stöber/Wölfel platzieren. Eine gesunde Mischung aus Angriff und materialschonender Fahrweise, sollte den Spaß zwar etwas minimieren aber in Hinblick auf beide Meisterschaften die vernünftigere Entscheidung sein. Erschwerend kam das Lausitzer Kaiserwetter hinzu (seltsam aber wahr). Sommerliche Temperaturen und kein Wind verwandelten die staubigen Schotterpisten in ein nebeldunstiges Labyrinth mit Sichtweiten von unter 20 m. Ein guter Aufschrieb konnte hier Minuten bringen...

19 beziehungsweise 24 Sekunden waren wir auf der ersten Wertungsprüfung (WP) am Freitagabend schneller als die beiden VW Polos von Robert Stöber und dem ausgewiesenen Schotterexperten Rudi Macht. Eine klare Bestzeit und beruhigende Standortbestimmung, da wir keinerlei Risiken am Anfang eingingen. Mit einsetzender Dunkelheit wurden die Bedingungen jedoch zunehmend irregulärer. Der Rallyeleitung blieb nichts anderes übrig als die WP „Reichwalde A“ zu annullieren und die restlichen WPs des Tages abzusagen. So schonten wir die „Susi“ für den harten zweiten Tag.

Am Morgen des zweiten Tages konnten wir abwarten, was die Konkurrenz hinter uns machte und jederzeit darauf reagieren, wenn es die Bedingungen erlaubten. 2 Sekunden nahmen uns Rudi Macht und Copilot Robert Patzig ab. Das war zu verschmerzen, sollte uns aber warnen, dass beide längst noch nicht aufgegeben haben. Robert Stöber versuchte derweil seinen dritten Platz zu halten und wollte nur noch ins Ziel. Es waren nicht einmal 50% der Rallye bewältigt.

Nachdem wir in der darauf folgenden WP „Arena B“ noch einmal 6 Sekunden schneller als Macht waren, pegelte sich unser Vorsprung bei 25 Sekunden ein. Dieser hätte nach der folgenden WP noch durchaus größer sein können, wenn wir nicht 13 Sekunden durch das Verpassen eines Abzweiges verloren hätten. Wir hatten zwar eine Bremsmarkierung im Aufschrieb zu stehen, diese wurde jedoch von einem der zahlreichen 318is Teams vor uns abgeräumt. Wie sich später herausstellte, sollten wir nicht die Einzigen sein, denen die Markierung urplötzlich fehlte...

Im anschließenden Service konnten wir von keinen Problemen am Fahrzeug berichten. Lediglich die zweite Getriebewelle schien etwas gegen unsere schnelle Gangart zu haben. Aber dem wusste Veit mit einem präziseren Schaltvorgang entgegenzuwirken. Von daher nur Standardarbeit für die Suzuki-KKL Mechaniker, die die „Susi“ gewohnt perfekt für die harten Bedingungen vorbereiteten.

Auf der zweiten Runde des Vormittags, sollten sich dann die Ereignisse überschlagen. Während Rudi Macht bereits auf der WP 8 durch technischen Defekt ausfiel, musste Robert Stöber eine WP später seine Segel streichen. Wir bekamen von alledem nichts mit, da es in den Kohleabbaugebieten rund um Boxberg kein Handynetz gab, und fuhren unseren Stiefel einfach weiter. Erst am Ende von WP 10 konnte mein Vater mir mitteilen, dass unsere Hauptkonkurrenten nicht mehr in der Rallye seien und wir „nur“ noch ins Ziel rollen müssen.

Doch dies schien leichter gesagt als getan. Mit großem Vorsprung die Klasse anzuführen und trotzdem jederzeit mit technischem Defekt ausfallen zu können, belastete Veits und meine Psyche ungemein. Das lange Warten vor dem Start der WPs wurde zur Qual und wir versuchten uns mit kleinen Scherzen abzulenken. Am Ende behielten wir die Nerven und die „Susi“ ihre Teile. Und so gab es im Ziel schließlich kein Halten mehr. Siegessekt und Freudentränen flossen in Strömen...

Mit unserem Sieg bei der 12. Lausitz Rallye feierten wir den Gewinn der ADMV Rallye Meisterschaft. Außerdem konnten wir uns durch dieses perfekte Wochenende in den Titelkampf um die Deutsche Rallye Serie zurückmelden und befinden uns wieder auf Podiumskurs.

Ein großes Dankeschön geht an alle Freunde und Beteiligten des Suzuki-KKL Rallyeteams, ohne deren selbstloses Engagement dieser Erfolg mit Sicherheit nicht möglich gewesen wäre. Danke Jungs... und Mädels.


foto :: Tino Konrad