Blick vorrueck

Unsere Aufgabe im Leben ist es nicht, Erfolg zu haben, sondern unsere Mißerfolge guten Mutes zu ertragen.


Robert Louis Balfour Stevenson
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Zwischen all den Weihnachtsfeiern, Punschparties und Wichteleien in der Adventszeit findet sich seltsamerweise immer noch etwas Zeit der Eigenbesinnung und -reflexion. Regen, der an der Fensterscheibe des Zuges herunterläuft ist für diese Art Gedanken, der vielleicht beste Katalysator den es gibt. Auch wenn es manchmal selbsterzwungen erscheinen mag, bringt es diesen Blog doch über den Winterschlaf und weckt ihn (und damit auch mich) mal wieder etwas auf. Schaden tut es uns beiden jedenfalls nicht…

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es mich froh macht, dieses Jahr endlich hinter mich gebracht zu haben. Es war wohl eines jener Sorte, die man getrost als schwierig bezeichnen kann. Vom sagenumwobenen “Postdoc Loch” wurde ich jedenfalls vollends aufgesogen. Einen Gedanken zu finden, der noch nicht gedacht wurde oder bestehende Ideen weiterzuentwickeln und aufzufrischen. Dies waren und sind die Ansprüche an meine Arbeit und mich selbst und denen bin ich dieses Jahr nicht gerecht geworden. “Das ist ein ganz normaler Prozess”, wird es mir von vielen Seiten suggeriert - ihn zu akzeptieren ist allerdings eine ganz andere Sache. Und doch sehe ich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten zwei Monate waren in der Summe fruchtbarer als erwartet und auch wenn nur dahingefloskelt, wird nächstes Jahr alles besser.

Dass ich im Rallyesport wieder etwas kleinere Brötchen backen musste, damit hatte ich zu Beginn des Jahres ehrlich gesagt auch nicht gerechnet. Nachdem mein letztjähriges Team eine einjährige Auszeit genommen hatte, um sich komplett auf den Aufbau des neuen Suzukis zu konzentrieren, fiel es mir schwer einen sportlich und menschlich adäquaten Ersatz zu finden. Ich stellte mich innerlich schon darauf ein, eine Saison als “Springer” einzulegen. Glücklicherweise fand ich dann doch noch eine Einsatzmöglichkeit im ADAC Junior Cup. Die erhofften Erfolge blieben allerdings aus. Ich konnte zwar immerhin etwas Rallye fahren aber menschlich enttäuscht, kam ich zu dem Schluss, dass ich mir so etwas, wie dieses Jahr nicht noch einmal antun möchte. Dass diese Gedanken auch bei meinen Planungen für die kommende Saison eine Rolle spielen, liegt dabei auf der Hand und wer weiß… vielleicht gibt es auch ein Leben ohne Rallye. Vorstellen kann ich es mir noch nicht.

Die Weihnachtstage, werde ich wie gewohnt im Kreise meiner Familie und mit meiner Freundin in Berlin verbringen. Danach fahre ich mit Freunden in die französischen Alpen zum Skifahren. Nach drei Jahren Bretterabstinenz habe ich dafür endlich die Zeit gefunden und freue mich schon sehr darauf. Schnee und Berge satt, schwungvolle Abfahrten und exzessive Schneeballschlachten. Allen Daheimgebliebenen, meinen Unterstützern, Kollegen, Freunden und meiner Familie wünsche ich auf diesem Wege ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Möget Ihr alle gesund und munter ins neue Jahr rutschen. Ich werde es sicherlich. Wir sehen uns…