Schadensbegrenzung

Eine weite Anreise hatten wir am Wochenende von Berlin, beziehungsweise Laubusch, nach Saarwellingen. Die Litermont Rallye ist eine von drei großen Rallyes im Saarland und bekannt für ihre Kompaktheit, schnellen Wertungsprüfungen (WP) und einer traditionell hohen Ausfallquote. Da es für Thomas und mich die erste gemeinsame Rallye in dieser Region war, wollten wir unbedingt ins Ziel kommen, nicht allzu viel riskieren und abwarten, wo wir am Ende stehen, auch schon in Hinblick auf die HJS-DRM. Eine unerwartet schwierige Mission sollte es werden.

Kurz nach dem Start auf dem Rathausplatz ging es für uns bei hochsommerlichen Temperaturen auf die erste WP, den Schotterrundkurs "Blechenhänsch". Nachdem wir zwei Runden problemlos absolvierten, startete der Skoda von Daniel Schmidt direkt vor uns in die WP. An ein Vorbeikommen vor dem beginnenden Schotterstück war nicht zu denken. Was folgte war ein Blindflug im aufgewirbelten Staub des Skodas bis zur Ausfahrt aus dem Rundkurs. Dem Daniel Schmidt konnten wir für den Zeitverlust keinen Vorwurf machen. Der Unfähigkeit des WP-Starters aber sehr wohl, da wir nicht die einzigen waren, die durch ein solches Malheur viel Zeit verloren.

Nach der übervorsichtigen elfbesten Zeit unter den Dieseln auf der WP 2, würgten wir am Start der längsten WP "Hoxberg" den Motor ab. Nach einer gefühlten Ewigkeit brachte Thomas den Motor zwar wieder zum Laufen, aber eine gute Zeit kann man so natürlich nicht erzielen. Verständlich, dass meine Stimmung beim ersten Service auf dem Nullpunkt war. Die Spitze war schon 41 Sekunden weg. Wir lagen auf dem 8. Platz und waren schlechteste Junioren. Das einzige positive war, dass unsere defensive Strategie durch selbstverschuldete Fehler und Pech perfekt umgesetzt wurde...

Daher blieb uns nichts anderes übrig, als mit mehr Aggressivität in die zweite Schleife und dem bereits erwähnten Schotterrundkurs "Blechenhänsch" zu gehen. Mein Hinweis an den Starter, die Teilnehmer diesmal mit etwas mehr "Weitsicht" in die WP starten zu lassen, wurde erhört. Wir fuhren die drittbeste Zeit und konnten unseren Rückstand etwas in Grenzen halten. Nach WP 7 waren wir zwar immer noch auf dem 8. Platz, allerdings lagen zwischen Josef Wecker im Opel auf Platz 4 und uns nur noch 13 Sekunden. Unglücklicherweise wurde die folgende WP vom schweren Unfall des Teams Moufang/de Fries im 1er BMW überschattet. Die junge Beifahrerin Sophie de Fries musste mit Wirbelsäulenproblemen daraufhin leider ins Krankenhaus transportiert werden.

Begünstigt durch den Ausfall von Josef Wecker und einem verbogenen Querlenker am Opel von Vorjahresmeister Holger Knöbel konnten wir uns bis zum zweiten Service auf den 6. Platz verbessern. Mit unserer Leistung waren wir aber noch immer nicht zufrieden. Durch einem Verbremser hier und kleineren Getriebeproblemen da, gestaltete sich unsere Aufholjagd als äußerst schwierig. Und so mussten wir eine weitere Schippe nachlegen. Zum dritten mal stand der Schotterrundkurs "Blechenhänsch" an und erneut wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht. Nach einem Fahrfehler tauchte urplötzlich der Skoda von Dominik Fischer vor uns auf. 13 Sekunden verloren wir bei der langsamen Fahrt im stehenden Staub auf unsere VW Markenkollegen und direkten Konkurrenten Konstantin Keil auf Platz 3, vier weitere auf der folgenden WP. Ein Platz auf dem Podium, schien damit ausser Reichweite, aber auf den 4. Platz wollten wir noch. Unser Rückstand betrug 14 Sekunden und zwei WP's waren noch zu fahren. "Maximum Attack" gab ich als Devise aus. Und tatsächlich: mit zwei zweitbesten Zeiten waren wir zuerst 2 und kurz darauf 14! Sekunden schneller als Dominik Fischer und konnten damit schließlich den 4. Platz doch noch erkämpfen. Wie eng es zwischen Platz 4 und 6 wirklich war, zeigt ein Zeitunterschied nach 14 WP's von lediglich 2,4 Sekunden, den wir zu unseren Gunsten gewinnen konnten.

In der HJS-DRM liegen wir nun nach 3 von 7 Veranstaltungen punktgleich mit Johannes Fürst auf dem 2. Platz und teilen uns die Spitzenposition in der internen Juniorwertung.